Pflegeheime, betreutes Wohnen, Seniorenresidenzen

Durch finanzielle Zwänge und Unkenntnis der möglichen Folgen kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass unzureichende Wäschereitechnik in Pflegeeinrichtungen eingesetzt wird. Hierbei muss man Pflegeheime mit Pflegeplätzen von Senioreneinrichtungen mit dem Charakter eines „Betreuten Wohnens“ unterscheiden. Bei Einrichtungen des betreuten Wohnens bestehen keine besonderen hygienischen Anforderungen an die Wäschereitechnik. Anders in Pflegeheimen mit Pflegeplätzen. Hier wird die Wäsche nach RKI als infektionsverdächtige Wäsche eingestuft. Die Behandlung der Wäsche unterliegt hyginischen Richtlinien, die ausführlicher in den
Anforderungen an Wäschereien/ Waschgut für Pflegeheime und Krankenstationen in Heimen (PDF, 22k) erläutert sind.
Im Bezug auf die einzusetzende Wäschereitechnik läßt sich daraus wie folgt ableiten:

Handelsübliche Waschmaschinen für den Haushaltsgebrauch sind nicht geeignet, die Anforderungen an ein desinfizierendes Waschverfahren zu erfüllen. Nach bisherigem Stand sind uns keine Haushaltmaschinen bekannt, die diese Anforderungen erfüllen (auch nicht bei integriertem Hygieneprogramm). Eine Protokollierung des Waschprozesses als Nachweis ist nicht möglich.

Gewerbliche Waschmaschinen (Hygiene Trennwandmaschinen und freistehende Waschschleudermaschinen) erfüllen die maschinentechnischen Anforderungen an den hygienischen Waschprozess.

Bei Verwendung von Hygiene Trennwandmaschinen kann die zusätzlich geforderte Trennung zwischen reiner und unreiner Seite erreicht werden. Von einer hygienischen Trennung spricht man, wenn eine vom Boden zur Decke reichende Wand den Luftaustausch, den Personenverkehr und das Durchreichen von Gegenständen verhindert (Der Einbau von Schleusen bleibt davon unberührt). Die Beladung muss im unreinem Bereich erfolgen, die Entladung im reinem Bereich. Diese Lösung entspricht dem heutigem Stand der Technik und wird vorzugsweise eingesetzt.

Bei Verwendung von freistehenden Waschschleudermaschinen mit Be- und Entladung in einem Raum kann man nur durch einen erhöhten Organisationsaufwand, Arbeitsaufwand und Kontrollaufwand die zusätzliche Anforderungen an die räumliche Trennung „umgehen“. Die Kontrolle und damit die Verantwortung zur Einhaltung des Hygieneplans ist Aufgabe des Heimbetriebs. Bei Nichteinhaltung der Arbeitsabläufe bzw. negativen Vorkommnissen im Heim kann es zu einem späterem Zeitpunkt zu Auflagen kommen, die mit erheblichen Kosten für Umbauarbeiten bzw. der Schließung der Wäscherei einhergehen. Diese Lösung ist aufgrund der erheblichen Risiken und dem erhöhtem Arbeitsaufwand für den Heimbetreiber nur noch in bestehenden Pflegeeinrichtungen mit begrenzten baulichen Möglichkeiten zu empfehlen.